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ATEX-Absaugung: explosionsgeschützte Absaugung für brennbare Stäube


Ein Funke aus dem Schleifprozess, eine Staubwolke bei der Abreinigung: Mehr braucht es nicht für eine Explosion im Filter. Ein ATEX-Aufkleber macht noch keine explosionsgeschützte Absaugung. Das eigene ATEX-Team von Kappa plant das ganze System, von der Staubanalyse bis zur Inbetriebnahme.


# Eigenes ATEX-Team, das ausschließlich Ex-Anlagen plant und umsetzt

# Fachleute, die als befähigte Personen für den Explosionsschutz nach ÖNORM Z 2200 tätig sind 

# Über 30 Jahre Erfahrung mit explosionsgeschützten lufttechnischen Anlagen 


ATEX Beratung anfragen 

Eine ATEX-Absaugung erfasst brennbare Stäube dort, wo sie entstehen, und scheidet sie in einer explosionsgeschützten Filteranlage ab. Für Explosionsschutzbeauftragte und Instandhaltung zählt dabei nicht nur das zertifizierte Gerät. Entscheidend ist, ob Erfassung, Rohrleitung, Filter, Ventilator und Staubaustrag zu den Zonen und Explosionskenngrößen Ihres Betriebs passen. Hier erfahren Sie, worauf es ankommt.

Was regelt ATEX für Betreiber und Anlagenhersteller?

 

ATEX steht für Atmosphères Explosibles und bezeichnet zwei EU-Richtlinien. Die Betreiberrichtlinie 1999/92/EG verpflichtet Arbeitgeber, Explosionsgefahren zu beurteilen, Zonen festzulegen und ein Explosionsschutzdokument zu erstellen. Die Produktrichtlinie 2014/34/EU regelt, wie Geräte und Schutzsysteme für explosionsgefährdete Bereiche konstruiert, bewertet und gekennzeichnet werden.

In Österreich ist die Betreiberrichtlinie in der Verordnung explosionsfähige Atmosphären (VEXAT) umgesetzt, in Deutschland in der Betriebssicherheitsverordnung und der Gefahrstoffverordnung. Für brennbare Stäube gilt folgende Zoneneinteilung, aus der sich die erforderliche Gerätekategorie ergibt:


  • Zone 20: explosionsfähige Staubatmosphäre ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden; Gerätekategorie 1D
  • Zone 21: explosionsfähige Staubatmosphäre gelegentlich im Normalbetrieb vorhanden; Gerätekategorie 1D oder 2D
  • Zone 22: explosionsfähige Staubatmosphäre normalerweise nicht oder nur kurzzeitig vorhanden; Gerätekategorie 1D, 2D oder 3D

 

Das Explosionsschutzdokument verantwortet der Betreiber; es muss vor dem ersten Betrieb vorliegen, auch vor einem Probebetrieb. Der Anlagenhersteller baut darauf mit eigener Risikoanalyse und Konformitätsnachweis auf.

Wann wird eine Absaugung zum Explosionsrisiko?

 

Eine Absaugung wird zum Explosionsrisiko, sobald sie brennbaren Staub in explosionsfähiger Konzentration führt und eine wirksame Zündquelle hinzukommt. Im Filter ist diese Konzentration häufiger erreicht als in der Halle. Bei jeder Abreinigung entsteht im Rohgasraum kurzzeitig eine dichte Staubwolke.

 

Im Betrieb zeigt sich das an konkreten Stellen. Schleifprozesse tragen Funken in die Rohrleitung. Bei zu geringer Strömungsgeschwindigkeit lagert sich Staub im Kanal ab. Nach einem Produktwechsel ändern sich Korngröße und Zündempfindlichkeit. Und bei Wartung oder Filterwechsel arbeitet die Instandhaltung an einem Anlagenteil, in dem Zone 20 herrschen kann.

Warum reicht ein ATEX-gekennzeichnetes Gerät allein nicht aus?

 

Eine ATEX-Kennzeichnung belegt, dass ein Gerät für eine bestimmte Kategorie bewertet wurde. Ob die Absaugung im Betrieb sicher ist, hängt zusätzlich von Rohrleitung, Entkopplung, Staubaustrag und den Eigenschaften Ihres Staubs ab. 

Häufig wird eine ATEX-Absaugung als Produkt ausgewählt: passende Kennzeichnung, anschließen, fertig. Dabei bleiben Systemgrenzen offen. Ohne Entkopplung kann sich eine Explosion im Filter über die Rohrleitung zu angeschlossenen Maschinen oder in die Halle ausbreiten. Über Reingasleitungen kann eine Zone in Bereiche verschleppt werden, die dafür nicht ausgelegt sind. Und erst Explosionskenngrößen wie Mindestzündenergie, untere Explosionsgrenze oder Zündtemperatur zeigen, welche Schutzmaßnahmen überhaupt wirksam sind.


Das ATEX-Team von Kappa bewertet deshalb die gesamte Absaugung als System, von der Erfassungsstelle bis zum Staubbehälter. Schutzmaßnahmen werden dort eingesetzt, wo das Risiko entsteht. So entstehen weder Lücken im Schutzkonzept noch pauschal überdimensionierte Maßnahmen.

Wie plant Kappa eine explosionsgeschützte Absaugung?

 

Das ATEX-Team plant in der Rangfolge des Explosionsschutzes: 

  • Zuerst wird verhindert, dass eine explosionsfähige Atmosphäre entsteht. 
  • Dann werden wirksame Zündquellen vermieden. 
  • Zuletzt werden die Auswirkungen einer möglichen Explosion auf ein beherrschbares Maß begrenzt.

 


Primäre, sekundäre und tertiäre Schutzmaßnahmen

  • Primär: Erfassung, Luftführung und Strömungsgeschwindigkeit so auslegen, dass sich Staub in Rohrleitungen und Anlagenteilen möglichst nicht ablagert oder anreichert.
  • Sekundär: Zündquellen vermeiden, etwa durch Funkenvorabscheidung vor dem Filter, antistatische Filtermedien, Erdung und Potentialausgleich sowie zündquellenfreie Ventilatoren und Austragsorgane.
  • Tertiär: Auswirkungen begrenzen, etwa durch Druckentlastung, Explosionsunterdrückung und Entkopplung der Rohrleitungen.

 

Die ATEX-Filteranlage: Entstauber Kappa IPR-ATEX


Im modular aufgebauten Entstauber Kappa IPR-ATEX trennt ein integrierter Vorabscheider (Integrated Separator Panel) grobe Stäube, Funken und glühende Partikel ab, bevor sie die Filterelemente erreichen. Dadurch gelangen weniger potenzielle Zündquellen in den Filterraum. Feinstaub wird an der Oberfläche der Filterelemente abgeschieden und per Druckluftimpuls automatisch abgereinigt.

 

Je nach Schutzkonzept reicht die Ausführung von antistatisch und zündquellenfrei bis zu Varianten mit Explosionsunterdrückung. Der Entstauber ist für Feinstaub, Grobstaub und hybride Gemische ausgelegt  Am Arbeitsplatz ergänzen Absaugkabinen, Absaugtische und Absaugarme die Erfassung 

So läuft ein ATEX-Projekt mit Kappa ab


Das ATEX-Team von Kappa begleitet die Anlage von der Datenaufnahme bis zur Servicierung im laufenden Betrieb.

 

  1. Schritt 1, Datenaufnahme: Das Team erfasst Stoffdaten, Staubanfall, Prozessablauf, Hallen- und Zonenplan sowie Ihr Explosionsschutzdokument. Fehlen Explosionskenngrößen, wird ihre Bestimmung veranlasst. 
  2. Schritt 2, Schutzkonzept: Das Team bewertet mögliche Zündquellen, die Mindestzündenergie und den Einfluss der Anlage auf die Zonen. Daraus legt es organisatorische, primäre, sekundäre und tertiäre Maßnahmen fest, abgestimmt mit Ihrem Explosionsschutzbeauftragten, Sachverständigen und Behörden.
  3. Schritt 3, Auslegung und Konformität: Engineering, Einstufung der Komponenten in Gerätekategorien, Konformitätsbewertung und Kennzeichnung. Sie erhalten die Anlagendokumentation für die Fortschreibung Ihres Explosionsschutzdokuments. 
  4. Schritt 4, Montage und Inbetriebnahme: Kappa montiert die Anlage und nimmt sie in Betrieb.
  5. Schritt 5, Betrieb und Service: Servicierung nach den Ex-Abläufen des Kappa-Qualitätsmanagements.

Was bringt eine als System geplante ATEX-Absaugung?

 

In einer als System geplanten ATEX-Absaugung ist jede Schutzmaßnahme begründet, prüfbar und dokumentiert.


  • Nachvollziehbares Schutzkonzept: Jede Maßnahme ist einer Zone, einer Zündquelle oder einer Explosionskenngröße zugeordnet. Das erleichtert Explosionsschutzbeauftragten die Fortschreibung des Explosionsschutzdokuments und die Abstimmung mit Sachverständigen.
  • Klare Prüfpunkte für die Instandhaltung: Die Schutzfunktion jeder Komponente ist dokumentiert. So prüfen Instandhalter Erdung, Druckentlastungsflächen und Entkopplungsorgane gezielt und planen Filterwechsel im Ex-Bereich vorab. 
  • Weniger Ursachen für Stillstand: Ein Brand- oder Explosionsereignis in der Absaugung kann angeschlossene Produktionsbereiche stilllegen. Funkenvorabscheidung und Entkopplung setzen an zwei typischen Wegen an: Weniger Zündquellen gelangen in den Filter, und die Ausbreitung eines Ereignisses über die Rohrleitung wird begrenzt.
  • Investition passend zum Risiko: Schutzmaßnahmen werden aus Stoffdaten und Zonen abgeleitet statt pauschal für den ungünstigsten Fall ausgelegt. Anschaffungs-, Wartungs- und Ersatzteilkosten fallen nur für Maßnahmen an, die Ihre Anlage benötigt. 

Unsere Kappa ATEX Experten

 

Explosionsschutz ist bei Kappa in einem eigenen Team und im Qualitätsmanagement verankert.

 

  • Ein eigenes ATEX-Team, intern Ex-Kern genannt, widmet sich ausschließlich der Planung und Umsetzung von ATEX-Anlagen.
  • Fachleute im Team sind als befähigte Personen für den Explosionsschutz nach ÖNORM Z 2200 tätig.
  • Die Ex-Abläufe für Engineering, Auslegung, Ausführung, Montage und Servicierung sind im Kappa-Qualitätsmanagementsystem festgelegt.
  • Seit Inkrafttreten der ATEX-Richtlinie arbeitet Kappa im Normungsausschuss mit.
  • Kappa hat ATEX-Anlagen in unterschiedlichen Branchen umgesetzt.


ATEX-Beratung

Senden Sie uns Ihre vorhandenen Unterlagen, etwa Sicherheitsdatenblatt oder Staubanalyse, Zonenplan und Hallenplan. Das ATEX-Team prüft, welche Daten für die Auslegung noch fehlen, und zeigt Ihnen im Gespräch, welches Schutzkonzept für Ihre Absaugung infrage kommt.


Wissenswertes

FAQ


Explosionsschutz ist erforderlich, wenn die Absaugung brennbare Stäube führt, die mit Luft eine explosionsfähige Atmosphäre bilden können. Typisch sind organische Stäube wie Holz-, Mehl- oder Kunststoffstaub, metallische Stäube wie Aluminium sowie Lack- und Sprühstäube. Ob ein Staub explosionsfähig ist, zeigen Stoffdatenbanken wie GESTIS-STAUB-EX oder eine Laboranalyse. Die Einstufung ist Teil der Gefährdungsbeurteilung des Betreibers.

Das hängt von Staubkonzentration und Abreinigung ab. Ist der Rohgasraum dauerhaft explosionsfähig oder läuft die Abreinigung überwiegend, wird er häufig als Zone 20 eingestuft, bei nur gelegentlicher Abreinigung als Zone 21. Der Reingasraum ist meist keiner Zone zugeordnet, solange keine Zonenverschleppung zu erwarten ist, sonst Zone 22. Die verbindliche Einteilung erfolgt projektspezifisch in der Gefährdungsbeurteilung.

Die ATEX-Filteranlage ist der Abscheider, in dem der Staub aus der Luft getrennt wird, etwa ein Entstauber mit Filterelementen. Die ATEX-Absaugung umfasst das gesamte System: Erfassungsstelle, Rohrleitung, Filteranlage, Ventilator, Staubaustrag und alle Schutzsysteme wie Entkopplung oder Druckentlastung. Für den Explosionsschutz ist das System entscheidend, weil sich Zonen und Explosionen über Anlagengrenzen hinweg ausbreiten können.

Das hängt vom Zustand der Anlage, den Stoffdaten und der Zoneneinteilung ab. Möglich sind zum Beispiel Entkopplungsorgane in der Rohrleitung, Druckentlastung, antistatische Filtermedien oder ein Vorabscheider für Funken. Wenn die Anlage dafür nicht geeignet ist, kann ein Ersatz wirtschaftlicher sein. Das ATEX-Team bewertet die Bestandsanlage und stellt beide Wege gegenüber.

Datenaufnahme und Planung laufen in der Regel parallel zum Betrieb. Ein Stillstand betrifft vor allem die Montage und die Einbindung in bestehende Rohrleitungen. Seine Dauer hängt vom Umfang der Anlage und von der Zugänglichkeit ab und wird im Schutzkonzept vorab festgelegt, damit Sie ihn mit Ihrer Produktionsplanung abstimmen können.

Das Explosionsschutzdokument erstellt der Betreiber, und er bleibt dafür verantwortlich. Das ATEX-Team von Kappa unterstützt bei der Zoneneinteilung von Betrieb und Anlage und liefert die Unterlagen zur Absauganlage: Risikoanalyse, bestimmungsgemäße Verwendung, Gerätekategorien und Kennzeichnung. Damit lässt sich das Dokument für die neue oder geänderte Anlage fortschreiben.

Einen Pauschalpreis gibt es nicht. Die Kosten hängen vor allem vom Luftvolumenstrom, von Staubart und Explosionskenngrößen, von der Zone und von den erforderlichen Schutzmaßnahmen ab. Eine Anlage mit Druckentlastung ins Freie ist anders aufgebaut als eine mit Explosionsunterdrückung im Gebäude. In der ATEX-Beratung klärt das Team, welche Maßnahmen Ihre Anlage braucht. Daraus ergibt sich ein belastbarer Kostenrahmen.